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Cheval Blanc – Eine vertikale Verkostung der Extraklasse.

Was für ein Abend.

Vertikale von Château Cheval Blanc 1995–2003 – letzten Sonntag, in bester Gesellschaft mit YouDinner und meinem früheren Kollegen Miguel Calero aus dem Restaurant Vendôme.
Kulinarisch begleitet von Steffen „Stivie“ Kimmig – genial auf die einzelnen Flights abgestimmt.

Bevor wir in Bordeaux eingetaucht sind: Roederer Cristal 2015 – schon jetzt mit viel Trinkfluss, aber mit Luft nach oben in Sachen Reife.
Die Spanne 1995–2003 ist besonders spannend, weil 1998 der Besitzerwechsel zu LVMH stattfand – und damit ein neues Verständnis von Stil und Reife Einzug hielt: mehr Frische, mehr Finesse, weniger Holz.

Ich habe mir ordentlich den Kopf zerbrochen, wie man die Weine sinnvoll aufzieht – und bin schließlich so gegangen:

1995 & 1996 – klar Cabernet Franc geprägt.

1997, 2001 & 2002 – eher Merlot-dominiert.

Und wieder zeigt sich: Auch vermeintlich „kleinere“ Jahrgänge können glänzen. Der 1997? Kein Big Player – aber wunderbar balanciert und einfach schön zu trinken.

1999 & 2003 – warme bis heiße Jahre. Umso beeindruckender die Handschrift von Pierre Lurton: Der 2003 souverän gereift, trotz üppiger Frucht mit Struktur und Frische im Lift.

Finale mit 1998 & 2000 – große Weine, keine Frage.

Aber: 1998 war für mich pure Perfektion und das absolute Highlight der Probe. Auch, weil der 2000er nicht die beste Flasche war.

Rundum ein großes Vergnügen, in einer versierten Runde von Weinliebhabern und Genussmenschen solche Weine zu teilen, zu verkosten, zu diskutieren – und einfach das Leben zu feiern.

Solche Weine trinkt man nicht allein.