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The Taste of friendship

Vor Kurzem fand in Mainz der 5. Deutsch-Israelische Weingipfel der Twin Wineries Initiative statt. Ich begleite diese außergewöhnliche Initiative schon seit vielen Jahren. In dieser Zeit sind unzählige Freundschaften zwischen deutschen und israelischen Winzerinnen und Winzern entstanden.

Was 2008 als Idee begann, ist heute ein lebendiges Netzwerk, das zeigt, wie viel Wein bewegen kann. Der Weingipfel war deshalb weit mehr als eine Fachveranstaltung – er war ein Fest der Freundschaft, des Austauschs und der gegenseitigen Wertschätzung.

Eröffnet wurde der Gipfel mit Grußworten von Julia Klöckner, Präsidentin des Deutschen Bundestages, Nino Haase, Oberbürgermeister der Stadt Mainz, sowie der israelischen Generalkonsulin. Ein Satz von ihr ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Sie sagte, sie freue sich, einmal auf einer Veranstaltung zu sein, die nicht von Politik geprägt sei. Denn an diesem Tag standen Begegnung, Vertrauen und Freundschaft im Mittelpunkt.

Ich hatte die Freude, die Podiumsdiskussion „In Search of Terroir“ zu moderieren. Gemeinsam haben wir darüber gesprochen, wie Landschaft, Rebsorten, Weinbau und die Menschen hinter den Weinen deren Identität prägen. Eine spannende Diskussion, die gezeigt hat, dass Terroir immer auch eine menschliche Dimension hat.

Besonders bewegt hat mich jedoch die Gesprächsrunde unter der Moderation von Wolfgang Junglas.

Gal Pauker von der Pauker Winery erzählte von seinem Weingut im Kibbuz Nir Oz, das durch den Terrorangriff vom 7. Oktober 2023 schwer getroffen wurde. Sein Großvater wurde dort ermordet. Trotz dieses unfassbaren Schicksals sprach Gal nicht von Hass, sondern von Hoffnung. Ein Satz ist mir besonders in Erinnerung geblieben: „Die Arbeit im Weinberg ist für mich wie Therapie.“ Sie gibt ihm Kraft, hilft ihm, das Erlebte zu verarbeiten, und schenkt ihm die Zuversicht, dass wieder Leben, Gemeinschaft und Wein entstehen können.

Ebenso eindrucksvoll war Elad Katz von der Agur Winery. Er sprach über die Freundschaft mit Gina Gehring, die durch die Twin Wineries Initiative entstanden ist. Aus einer Partnerschaft zwischen zwei Weingütern ist längst eine enge persönliche Verbindung geworden – geprägt von gegenseitigen Besuchen, Vertrauen und Unterstützung, gerade in schwierigen Zeiten. Gleichzeitig erzählte Elad von seiner Großmutter, die Auschwitz überlebt hat. Diese Familiengeschichte prägt ihn bis heute und erinnert ihn daran, wie wichtig Erinnerung, Menschlichkeit und Versöhnung sind.

Diese Geschichten haben gezeigt, worum es bei Twin Wineries wirklich geht. Nicht um Wein allein, sondern um Menschen.

Wein verändert die Welt vielleicht nicht. Aber er bringt Menschen an einen Tisch. Und manchmal entstehen daraus Freundschaften, die Grenzen, Kulturen und selbst schwerste Zeiten überdauern.

Ein herzliches Dankeschön an Renée SalzmanEva Raps und alle, die diese Initiative seit 2008 mit so viel Herzblut tragen.

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